Psycholyse als Werkzeug der Liebe, neue Wege einer Subkultur- Christoph Kahse

christoph-kahse-150Psycholyse (oder auch psycholytische bzw. psychedelische Therapie), also der Einsatz
von wahrnehmungssteigernden Substanzen wie LSD, MDMA oder Psilocybin in der
Psychotherapie, erfährt in der letzten Zeit nach Jahren der Verbannung eine erstaunliche
Renaissance in der internationalen Forschung. In der Praxis findet diese Form der
Therapie und Selbsterforschung allerdings weltweit seit Jahrzehnten statt in einem
wachsenden Untergrund oder ganz offiziell im religiösen Kontext wie z.B. beim
Ayahuasca-Kult. Die Chancen und Risiken dieser Methode werden seit langem von einer
speziell interessierten Subkultur subjektiv auf eigene Faust abseits des wissenschaftlichen
Mainstreams erprobt. „Der verbotene Weg“ – gestartet 2013 als Filmprojekt – hat es sich
unter der Überschrift „Meine Seele gehört mir!“ zur Aufgabe gesetzt, die Resultate der
Erfahrungen dieser Subkultur zu bündeln und zu dokumentieren.
Einige Wissenschaftler bemühen sich indes um die gesellschaftliche Anerkennung und
Zulassung der Psycholyse als Therapieform zur Behandlung von psychischen Störungen
und als Hilfestellung für die betroffenen Menschen, sich aus ihrem persönlichen Leid zu
befreien. Psycholyse geht allerdings auch über den reinen Therapiezweck hinaus und
berührt Bereiche des menschlichen Seins, welche nicht mittels
eines psychotherapeutischen Rahmens gefasst und beschrieben werden können.
Psycholyse ist nicht nur ein Werkzeug für die Heilung von Problemen, sondern auch ein
Werkzeug für die Entfaltung des ungenutzten Potentials, für die Entfaltung
der Liebesfähigkeit von ansonsten gesunden Menschen.
Kann dieses Anliegen jemals in der Mitte der Gesellschaft Fuß fassen? Oder müsste
dazu vielmehr der einzelne Mensch, aus der die Gesellschaft ja besteht, in sich selbst eine
neue Mitte finden, aus der die Liebe wirken kann?